Mitteilungen des Gemeindepräsidenten

Liebe Münchwilerinnen und Münchwiler

Im Namen des Gemeinderates und der Mitarbeitenden der Gemeinde wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen alles Gute, vor allem gute Gesundheit im neuen Jahr 2018.
Haben Sie für das neue Jahr gute Vorsätze gefasst?
Jeweils zum Jahresbeginn steigen die Anmeldungen bei Fitnessstudios deutlich an. Umfragen bestätigen, dass mehr Sport zu den beliebtesten guten Vorsätzen gehört.
Wenn Sie planen, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr zu reisen oder ab jetzt dafür sorgen, dass die Anzeige Ihrer Körperwaage nicht stetig einen Zuwachs an Kilos anzeigt, dann haben Sie dafür die Entscheidungsfreiheit. Ihnen stehen Alternativen zur Verfügung. Sie können Ihre Energie auf bestimmte Ziele konzentrieren. Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind Impulse und bieten Chancen für Ihre Zukunft. Ihr Wille und Ihr persönlicher Wunsch formen Ihre guten Absichten für das neue Jahr. Das hat mit der Vorstellung zu tun, man könne seine Zukunft aktiv gestalten. Im Mittelalter tat man diese Vorstellung hierzulande als Aberglaube ab. Eine höhere Macht, Grundbesitzer, Adelige, König und Kaiser gestalteten und bestimmten die Zukunft ihrer Untertanen. Heutzutage kann jede Person ihre Zukunft weitgehend selbst bestimmen oder sie kann sie über demokratische Mehrheiten beeinflussen und mitbestimmen.
Doch gute Vorsätze sind viel mehr. Forschungsergebnisse belegen, dass es oft viel wirksamer ist, Entscheidungen auf der Basis von Emotionen zu treffen statt aufgrund rationaler Überlegungen. Gute Vorsätze brauchen keine strategische Planung und keine virtuose Anwendung der Netzplantechnik, sondern ein klares Ziel, ein starker Wille, genügend Durchhaltevermögen, etwas Spass und, - das ist das Wichtigste – dauernd das gute Gefühl, dass es zu schaffen ist.
In vielen Kulturen ist der Jahreswechsel ein besonderes Datum. Japaner sprechen den Geistern in der Silvesternacht ihren Dank für das vergangene Jahr aus und bitten um Gutes für das neue Jahr. In ganz Europa ist das Jahresende ein wichtiger Einschnitt, denn es symbolisiert einen Abschluss und einen Neubeginn.
Gute Vorsätze fürs neue Jahr haben mit den eigenen Unzulänglichkeiten zu tun. Die Umsetzung der guten Absichten lässt sich nicht so leicht bewerkstelligen. Bei einem Mangel an Motivation sind Misserfolge vorprogrammiert. Das heißt jedoch nicht, dass gute Vorsätze keinen Sinn machen, denn wer sich erreichbare Ziele steckt, wird Erfolg haben.
In Umfragen werden die zehn folgenden guten Vorsätze am meisten genannt.
- Stärkerer Fokus auf persönlicher Weiterentwicklung statt auf beruflicher Karriere
- Mehr Freiräume für sich selbst, mehr Familien- und Freundeszeit
- Gewicht reduzieren und die Figur in Form bringen
- Den Zigaretten abschwören
- Job wechseln
- Ferne Länder bereisen
- Außergewöhnliches Hobby ausprobieren
- Auszeit von PC, TV und Smartphone
- Mehr sportliche Aktivitäten und Bewegung
- Vegane Lebensweise testen

Was auch immer Sie sich für das Jahr 2018 als guten Vorsatz gefasst haben. Ich wünsche Ihnen viel Durchhaltewillen und Erfolg beim verwirklichen Ihrer guten Vorsätze.

Leerwohnungsbestand erreicht Risikobereich
Diese Schlagzeile titelte Anfangs Januar 2018 einige Artikel in Ostschweizer Zeitungen.
Gemäss den Zahlen die die Thurgauer Zeitung am 9. Januar 2018 veröffentlicht hat, lag Münchwilen mit einem Leerstand Risikoindikator von 8,1 weit über dem Schweizerischen Durchschnitt von 2,2.
Erinnerung an die in den Medien als Alarmmeldung dargestellte Immobilien Blase Münchwilen wurden wieder wach. Die ETHZ und der Internet Vergleichsdienst Comparis hatten in einer Studie im Januar 2013 überdurchschnittlich hohe Mietpreise für Münchwilen festgestellt und unseren Ort, gemeinsam mit zehn weiteren Orten wie Monthey, Baden Horgen, Aarau als „kritische Bezirke", eingestuft. Der in einer Nachrichtensendung 10vor10 schweizweit aufgeblasenen Immobilienblase in Münchwilen ist innert wenigen Stunden nach deren Entstehung die Luft ausgegangen. Das Schreckensszenario eines drastischen Immobilen Wertezerfalls ist seither nicht eingetreten.
Nun hat das Informations- und Ausbildungszentrum für Immobilien (IAZI) im Auftrag der Handelszeitung eine Studie gemacht und meldet daraufhin für Münchwilen das höchste Leerstandrisiko für Wohnungen im Hinterthurgau.
Nach Auskunft des IAZI wird der Risikoindikator aus der vom Bundesamt für Statistik publizierten Leerwohnungs Ziffer Juni 2017, dem Gesamtbestand bestehender Wohnungen Juni 2017 und der Anzahl erteilter Baubewilligungen im Zeitraum 2015 – 2016 errechnet.
Tatsächlich lagen in Münchwilen im Zeitraum 2015 – 2016 überdurchschnittlich viele Baubewilligungen für grössere Überbauungen mit Mehrfamilienhäusern vor und die Bautätigkeit war entsprechend hoch. Die Münchwiler Bevölkerung hat von Ende 2015 bis Ende 2017 um 279 Einwohnerinnen und Einwohner zugelegt. Im selben Zeitraum ist die Leerwohnungsziffer für Münchwilen deutlich gesunken. Daraus könnte angenommen werden, dass die vielen neu gebauten Wohnungen von vielen neuen Münchwilerinnen und Münchwilern bezogen worden sind.


Grafik: Entwicklung Wohnungsbestand und Bevölkerungsbestand Münchwilen

 

 
Grafik: Entwicklung Leerwohnungsziffer Münchwilen

Einer für alle, alle für einen
„Unus pro omnibus, omnes pro uno". Dieser Leitspruch steht, umrahmt von den Kantonswappen, in der Mitte der Glaskuppel der Eingangshalle im Bundeshaus in Bern. Der bekannte Leitspruch begleitete einige Jahre nach der Gründung des Bundesstaates einen Spendenaufruf des Bundesrates an die Schweizer Bevölkerung. 1868 hatten Herbststürme und grosse Überschwemmungen weite Teile des Landes heimgesucht. Diese Geldsammlung, wie auch viele der darauf folgenden Sammlungen im 19. und 20. Jahrhundert, trugen zur Identitätsbildung der Willensnation Schweiz bei und brachten eine grosse Solidarität unter der Bevölkerung in allen Landesteilen. Auf dieser Solidarität und Gemeinsinn basiert das was wir heute alle in Wohlstand, Freiheit und Sicherheit geniessen.
In jüngster Zeit hatten wir verschiedene nationale Volksabstimmungen die sehr bedeutende Zukunftsthemen für uns alle betreffen. Beispielsweise die Finanzierung der AHV, Pensionskassen, Krankenkassenprämien, Billag, Unternehmenssteuern, Bilaterale Abkommen mit der EU.
Verfolgt man die jeweiligen Abstimmungskämpfe, dann ist man versucht den Leitspruch im Bundehaus neu zu formulieren: „Alle gegen alle, keiner für keinen", oder „alles alleine für mich, nichts für alle anderen". Die Solidarität die unserer Willensnation prägte, scheint langsam aber sicher ersetzt zu werden durch unvereinbare Interessenfraktionen, die zu keinem Konsens mehr fähig oder willens sind. Problembewirtschaftung und Skandalsierungen aller Art im Stundentakt, werden zunehmend wichtiger als realisierbare Zukunftsvision und die oft sehr anstrengende, gemeinsame Lösungssuche. Das Hier und Jetzt dominiert. Die Frage, was wir einst hinterlassen und wie wir für die fernere Zukunft sorgen, geht in der aktuellen Schrei- und Kreischdemokratie unter.
Auch im 2018 wird es wieder Volksabstimmungen geben. Die Nächste die schon seit einiger Zeit äusserst kontrovers diskutiert wird ist am 4. März.
Jetzt, im noch jungen 2018 ist es nicht zu spät gute Vorsätze zu fassen. Mehr Solidarität und Gemeinsinn, wäre beispielsweise ein guter Vorsatz 2018.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
Aristoteles (384 – 322 v.Chr), griechischer Philosoph

Ihr Gemeindepräsident, Guido Grütter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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